Wer Ich bin
Künstlerprofil
Markus Willems ist ein zeitgenössischer Künstler und Erschaffer, dessen Arbeiten sich im Spannungsfeld zwischen Malerei, Material und natürlichem Prozess bewegen. Seine Werke entstehen nicht als Abbild einer Idee, sondern als Entwicklung – als ein offener, sich entfaltender Zustand zwischen Kontrolle und Loslassen.
Im Zentrum seiner Praxis steht das Schichten, das Verdichten, das Aufbrechen. Farbe wird nicht nur aufgetragen, sondern bewegt, verdrängt, abgelagert und freigelegt.
Sie wird gegossen, getrieben, gelenkt, gebremst – sie fließt, sammelt sich, bricht auf und zieht sich zurück. In diesem Zusammenspiel entstehen Oberflächen nicht allein durch den Auftrag, sondern im Prozess selbst: durch Bewegung, Schwerkraft und Reaktion.
So entwickeln sich Strukturen, die an natürliche und geologische Prozesse erinnern – an Erosion, Sedimentation, Fließbewegungen und Ablagerungen, die sich nicht konstruiert, sondern aus dem Material heraus formen.
Der künstlerische Eingriff erfolgt dabei in unterschiedlichen Formen: durch Spachteln, Tupfen, Gießen, Kratzen und das gezielte Lenken von Fließprozessen. Diese Techniken greifen ineinander und erzeugen Oberflächen, die sich zwischen Kontrolle und Eigendynamik bewegen.
Seine Arbeiten sind keine statischen Bilder, sondern Zustände –
Momentaufnahmen eines Prozesses, einer Emotion und eines inneren Erlebens.
Material, Prozess und Eigenlogik
Ein wesentliches Merkmal seiner Arbeit ist der bewusste Umgang mit Material als eigenständigem Akteur.
Neben Acryl, Pigment und Strukturpaste integriert Willems in seinen Werken natürliche Elemente – jedoch nicht als konstante Zutat, sondern als werkabhängige Entscheidung. Jedes Werk trägt seine eigene materielle Sprache in sich und entwickelt daraus seine Form.
So entstehen Arbeiten, in denen:
Salz kristalline Strukturen bildet und Erosion sichtbar macht
Erde und Asche Tiefe und mineralische Schwere erzeugen
Moos, Rinde und pflanzliche Fragmente organische Spuren hinterlassen
in einzelnen Arbeiten lebende Pflanzen Teil des Werkes werden und dessen Zustand weiter verändern
Diese Materialien folgen keiner festen Komposition.
Sie reagieren, verschieben sich, brechen auf – und schreiben sich in die Oberfläche ein.
Ein Werk, das sich dem Thema Wasser oder Meer annähert, entwickelt andere Bewegungen, andere Spuren und andere Materialkonstellationen als ein Bild, das Erdschichten, Wachstum oder organische Verdichtung thematisiert.
Jedes Werk entscheidet mit, welche Materialien es aufnimmt.
Zwischen Eingriff und Entstehenlassen
Die Arbeitsweise von Markus Willems ist geprägt von einem Wechselspiel zwischen gezieltem Eingriff und bewusstem Zurücktreten.
Er setzt Impulse – durch Material, Bewegung und Schichtung – und überlässt dem Werk zugleich Raum, sich selbst zu entwickeln. Flüssigkeiten verlaufen, Strukturen reißen auf, Pigmente verdichten sich oder werden verdrängt.
In diesem Prozess entsteht eine Form von Autonomie:
Das Werk beginnt, sich seiner eigenen Logik zu folgen.
Der künstlerische Eingriff bleibt reduziert, präzise und situativ.
Er erfolgt nicht, um zu kontrollieren, sondern um zu begleiten.
Oberfläche als gelebte Zeit
Die Oberflächen seiner Arbeiten wirken nicht glatt oder abgeschlossen, sondern geformt – als hätten sie Zeit durchlaufen.
Risse, Verdichtungen, Auswaschungen und Ablagerungen sind keine Effekte, sondern Spuren realer Prozesse. Sie verweisen auf Bewegung, auf Druck und auf Veränderung.
So entsteht eine Bildsprache, die weniger erzählt als erinnert:
an Landschaften, an Küsten, an Gestein, an organische Wachstumsformen.
Erweiterung in den Raum
In ausgewählten Werkreihen überschreitet Willems die Fläche und arbeitet mit natürlichen Strukturen im Raum.
Mooslandschaften, pflanzliche Elemente und organische Materialien werden Teil des Werkes selbst. Diese Arbeiten bewegen sich zwischen Bild, Objekt und lebendigem Fragment.
Sie verändern sich – langsam, subtil, aber kontinuierlich.
Rahmen als Fortsetzung des Werkes
Auch die Rahmung ist Teil des künstlerischen Prozesses.
Markus Willems arbeitet mit naturbelassenem Holz, das er selbst bearbeitet – durch Flammen, Beizen, natürliche Färbungen und Wachsschichten. Maserung, Hitzeeinwirkung und Materialreaktion bestimmen das Ergebnis.
Zum Einsatz kommen sowohl klassische als auch natürliche Verfahren – von professionellen Beizen bis hin zu organischen Färbungen mit Tee, Kaffee oder Pigmenten. Veredelt wird die Oberfläche unter anderem mit Bienenwachs, das dem Material Tiefe und Ruhe verleiht.
Jeder Rahmen ist ein eigenständiger Prozess und kein standardisiertes Element.
Er steht nicht neben dem Werk, sondern setzt dessen Materialität fort.
Raum, Wirkung und emotionale Ebene
Die Werke von Markus Willems tragen neben ihrer materiellen Tiefe eine klare emotionale Ebene in sich.
Sie entstehen aus inneren Zuständen heraus und wirken auf den Betrachter nicht nur visuell, sondern auch atmosphärisch. Viele Arbeiten entwickeln eine Ruhe, eine Spannung oder eine Bewegung, die individuell wahrgenommen wird und sich auf den Raum überträgt.
In diesem Zusammenhang lassen sich seine Werke auch mit Prinzipien aus dem Feng Shui verbinden:
Zentren, Bewegungsrichtungen und energetische Felder entstehen intuitiv und beeinflussen das Gleichgewicht eines Raumes.
Die Arbeiten können dadurch mehr sein als ein Bild – sie werden zu einem persönlichen Ankerpunkt, zu einem Ort von Wahrnehmung, Ruhe oder Energie.
Für viele Betrachter entsteht genau hier die Verbindung:
zwischen Werk, Raum und eigenem Empfinden.
Künstlerische Haltung
Die Haltung von Markus Willems lässt sich in einem Satz verdichten:
Ein Werk wird nicht gemacht – es entsteht.
Seine Kunst basiert auf dem Vertrauen in Prozesse, auf dem Zulassen von Veränderung und auf der Bereitschaft, Kontrolle bewusst abzugeben.
Er greift ein, wenn es notwendig ist – und lässt los, wenn das Werk beginnt, sich selbst zu entwickeln.
So entstehen Arbeiten, die nicht konstruiert wirken, sondern gewachsen – geprägt von Material, Zeit und der Dynamik ihrer eigenen Entwicklung.
Jede Struktur, jede Erhebung, jede Spur ist das Ergebnis eines realen Prozesses und lässt sich nicht exakt wiederholen. Selbst in Werkreihen mit ähnlicher Ausrichtung bleibt jedes Bild in seiner Ausformung einzigartig.
Diese Unikatwirkung durchzieht alle Ebenen seiner Arbeit:
von der Oberfläche über die Materialreaktionen bis hin zur Rahmung. Kein Detail wiederholt sich identisch – jede Kante, jede Verdichtung, jede Bewegung trägt ihre eigene, unwiederholbare Form.
So wird jedes Werk zu einem eigenständigen Objekt – nicht nur im Bild, sondern in seiner gesamten materiellen Erscheinung.
Schluss
Die Werke von MW sind keine Bilder im klassischen Sinne.
Sie sind Zustände, Verdichtungen, Momentaufnahmen eines lebendigen Prozesses – sichtbar gewordene Zeit, Emotion und Material.











